Informationen von Nutzen

 

ERASMUS ist eine feine Angelegenheit - ein internationales Austauschprogramm, es wird einem viel abgenommen, aber eben nicht alles. Ich beziehe mich hier auf Paris, denn da findet mein Erasmussemester statt. Ich will hier ein paar Sachen aufschreiben, die ich nützlich finde und die mir geholfen hätten.


Öffentliche Verkehrsmittel

Für die Chip-bestückte Monatskarte in Scheckkartenformat NAVIGO braucht man einen Nachweis, dass man in Paris wohnt, sonst kann man die Karte nicht kaufen. Wenn man sie bestellt dauert es ca. 3 Wochen, bis man sie erhält. Man kann sie auch an einigen Verkaufsstellen der RATP (ÖVNP in Paris) direkt kaufen, aber nur mit diesem Nachweis (justificatif d‘hebergement).

Es gibt allerdings als Alternative zum NAVIGO den NAVIGO Découverte, den kann man auch als Normalsterblicher kaufen. Man erhält dann eine Trägerkarte, auf die man ein Passfoto klebt und die man immer dabei haben sollte, da man sonst in Kontrollen als Schwarzfahrer angesehen wird.

Die Metro fährt generell zwischen ca. 5:30 Uhr und 0:30 Uhr, es gibt einige Nachtbuslinien. Auch am Wochenende fährt die Metro NICHT durch.

Es ist verhältnismäßig warm in den Metrozügen und auch auf den Bahnhöfen. Beim Umsteigen wird man meist durch ein System von langen Gängen geführt. Auf jedem Bahnhof gibt es in der Regel einen oder mehrere Pläne mit einem detaillierten „plan du Quartier“ (Umgebungskarte), auf dem die Ausgänge eingezeichnet sind. Befinden sich in der Nähe Sehenswürdigkeiten wird in der Regel auf den Bahnhöfen auf sie hingewiesen.

Paris und die Île-de-France sind in mehrere Zonen eingeteilt, für einen touristischen Besuch und/oder wenn man in Paris wohnt, reicht ein Ticket für 2 Zonen.

Ob man in Paris wohnt erkennt man an der Postleitzahl: fängt sie mit 75 an, wohnt man in Paris.

Busse gibt es zahlreiche in Paris. Zu den Hauptverkehrszeiten sollte man für eine Busfahrt etwas mehr Zeit einplanen, da die vielen engen Straßen oft verstopft sind. Bei normalem Verkehr sind sie in der Regel pünktlich.

Weiterhin gibt es Regionalzüge: RER. Sie sind schneller als die Metro, fahren aber auch weniger Stationen an und verbinden Paris mit den Vorstädten.


Einkaufen

Mit „Einkaufen“ meine ich hier nicht Kleidung oder sonstiges, sondern Lebensmittel und andere Haushaltsgegenstände, die man im Urlaub eher nicht braucht.

   

    Lebensmittel

Wenn man sich nicht gerade in Stadtkern oder Prachtstraßen befindet, sondern in „normal“ bewohnten Gegenden, finden sich an vielen Ecken kleine Lebensmittelläden, die das Nötigste anbieten, Obst und Gemüse inbegriffen. Diese kleineren Läden haben teilweise auch nachts geöffnet, sind aber dementsprechend teurer. Wer tagsüber einkaufen geht, hat die Qual der Wahl. Ich habe bis jetzt folgende Supermärkte bemerkt:

    Casino

    Franprix

    Monoprix

    Ed

    Lidl

Ed ist ein recht häufig vorkommender Discounter, der sich vom Preis her ungefähr auf Plus-Niveau bewegt. Das ist für französische Verhältnisse sehr günstig, allerdings ist das Angebot auch recht eingeschränkt. Für die Grundversorgung jedoch vollkommen ausreichend, das „eingeschränkt“ bezieht sich auf die anderen Märkte.

Monoprix ist mehr ein Kaufhaus, meistens werden auch Kleidung und Haushaltsartikel im gleichen Geschäft verkauft.

Casino und Franprix sind, soweit ich weiß, reine Lebensmittelgeschäfte, vom Stil her wie Kaiser‘s oder Reichelt, auch vom Preisniveau. Mir persönlich gefällt Casino bis jetzt am besten, was auch daran liegen kann, dass es meine Lieblingscornflakes dort am günstigsten gibt. Es gibt generell eine größere Auswahl als in deutschen Supermärkten. Außerdem sind Bonuskarten auch sehr verbreitet, die sich teilweise sogar lohnen, wenn man oft bei einer Kette einkauft. Auf den Rückseiten der Kassenbons sind fast überall Gutscheine und Preisreduktionen für den nächsten Einkauf zu finden. Das Kundenkarten- und Bonussystem erinnert an amerikanische Supermärkte.

Discounter wie Lidl und Aldi existieren, jedoch nicht so häufig wie die anderen genannten.

In den Supermärkten gibt es Einwegtüten umsonst, festere Plastiktüten können bis zu 1 Euro kosten.


    Gegenstände des täglichen Gebrauchs

Ich richte gerade ein Zimmer ein, deswegen stand ich vor der Frage, wo ich Möbel und Gardinen und Bettwäsche kaufen kann. Sicher hätte es das eine oder andere bei Monoprix gegeben, jedoch recht teuer.

Für billige Möbel eignet sich Leroymerlin, ein Geschäft, das an Obi oder das Bauhaus erinnert, allerdings in kleinerer Dimension. Dort gibt es Kleiderstangen, einfache Holzregale und auch Tischbeine für ca. 10 Euro. Fehlt nur noch die Platte. Natürlich werden dort auch qualitativ hochwertige Sachen verkauft, aber für einen begrenzten Aufenthalt und Geldbeutel sind die anderen Artikel sicher nützlicher. Ähnlich ist auch die Kette Mr. Bricoloage.

Ansonsten gibt es auch Kaufhäuser, zum Beispiel der schon oben genannte Monoprix, der ist allerdings etwas teurer. BHV ist auch ein Kaufhaus, da war ich allerdings noch nicht und kann noch nichts dazu sagen.

Geschirr, Kleiderbügel, Mülleimer, Wäscheständer, Lampen kann man prima in Läden kaufen, die ich vor allem im 20. Arondissement gefunden haben. Meist werden sie von Asiaten betrieben, sind klein und vollgestopft, aber mit etwa Glück lassen sich dort nette Sachen finden.

Es gibt natürlich auch Ikea, allerdings nur in beträchtlicher Entfernung zu Paris. Es lohnt sich eigentlich nur, wenn man mit dem Auto hinfährt.


Wohnungssuche


Wohnungssuche in Paris ist schwer, vor allem zur „rentrée“ ab Anfang September, wenn die Schule und das Unisemester beginnt. Innerhalb von Paris sollte man mit mindestens 500 Euro für ein Zimmer rechnen, da sind dann im Glücksfall schon Strom, Gas, Wohnungssteuer und Internet und Telefon mit drin. Die Zimmer sind zwischen 9 und 20qm groß. Unter 500 Euro muss man länger suchen. Einzimmerwohnungen (studio, studette) gibt es zu dem Preis nur mit viel Vitamin B oder im Banlieue, also in einem Randbezirk. WGs sind in der Regel netter, vor allem für Studenten, die mit Erasmus nach Paris kommen, weil man dann die Chance hat, außer den anderen Erasmusstudenten noch echte Franzosen kennen zu lernen. Eine andere Möglichkeit sind Studentenwohnheime, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde. Es lohnt sich aber IMMER an der Uni nach Unterkünften zu fragen, auch wenn schon eine negative Antwort kam. Meist gibt es Reserven.

Quellen für Wohnungsangebote gibt es einige, generell gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wie gesagt, günstige Zimmer und/oder Zimmer in begehrten Vierteln werden heiß umkämpft.


Was kann alles vom Mieter verlangt werden?

  1. -Gehaltsnachweis

  2. -Bürge mit Gehaltsnachweis und Bankverbindung

  3. -Kaution (eine Monatsmiete)

  4. -Kopie des Ausweises und des Ausweises des Bürgen

  5. -beglaubigte Übersetzung der Geburtsurkunde (hab ich gelesen, mir selber ist es nicht passiert


Wenn man einen Mietvertrag erhält, kann man eventuell Wohngeld (CAF) beantragen, so lange man sich noch in der Ausbildung befindet. Das sind ca. 150 Euro, mal mehr mal weniger.


Eglise Americaine /American Church: werktäglich aktualisierte Aushänge für Wohnungs- und Jobangebote. Manchmal werden auch Zimmer für Babysitten angeboten, oder zumindest eine reduzierte Miete. Die Aushänge werden gegen 9 Uhr erneuert, also früh aufstehen! Einen Tag später sind die meisten Angebote schon vergeben.


FUSAC: GratisZeitung, die auch in der American Church ausliegt, mit Wohnungsanzeigen. Wird alle 2 Wochen veröffentlicht.


De particulier à particulier / pap: Zeitung für private Kleinanzeigen, also auch für Wohnungen. Auch hier gilt: früh kaufen, früh anrufen, früh besichtigen, als erster unterschreiben.


Goetheinstitut sowie Kulturvertretungen anderer Länder: Aushänge.


Appartager.com: Internetseite, die Zimmer in WGs vermittelt. Zimmersuchende können eine Anzeige aufgeben, Zimmervergebende auch. Es ist als Suchender fast zwingend nötig, den Premiumaccount zu haben, der kostet je nach Abodauer zwischen 30 und 75 Euro, denn nur dann kann man die Telefonnummer der Anbieter sehen und anrufen, beziehungsweise überhaupt Nachrichten lesen. Das Verschicken geht auch ohne Abo, aber nur wenn einer von beiden ein Premiumkonto hat, kann die Nachricht gelesen werden. Es lohnt sich, eine auf den Punkt gebrachte Anzeige zu verfassen und als Suchender keine vorgefertigte Mails zu verschicken. Jedenfalls nicht solche, denen man es anmerkt. Solche Standard-Dreizeiler werden meist ignoriert. Wer ein Zimmer in Paris will, sollte irgendwie hervorstechen, wobei auch Fotos helfen können.

Am Besten ruft man an, wenn eine Nummer angezeigt wird, das geht am schnellsten und ist auch gewollt, wenn die Nummer angegeben ist.

AUFGEPASST: Verschickt nie Geld per WesternUnion, es gibt leider auf mehreren Wohnungsvermittlungsbörsen Betrüger, die ein scheinbar tolles Zimmer zu einem günstigen Preis anbieten und eine Vorauszahlung der Kaution und der ersten Miete verlangen. MACHT DAS NICHT! Das Geld sieht man nicht wieder, und die Wohnung auch nicht.


Weitere ähnliche Seiten sind:


Telefon und Internet


    Telefon/Handy

Hält man sich weniger als ein Jahr in Frankreich auf, ist eine Prepaidkarte am günstigsten. Bleibt man ein Jahr oder länger, lohnt es sich, die Angebote der verschiedenen Anbieter (SFR, ORANGE, BOUYGES) zu vergleichen.

Ich habe eine Prepaidkarte von Orange. Die Karte kostet im Laden ca. 30 Euro, wenn man nett zum Verkäufer ist und lieb fragt, bekommt man sie für 20. Ich habe gleich 100 Euro aufgeladen und deshalb 50 Euro Bonusguthaben erhalten. Je weniger Guthaben man auflädt, desto schneller verfällt es. 5 Euro verfallen zum Beispiel nach 7 Tagen. Meine 150 Euro verfallen nach 5 Monaten. Wird die Karte 6 Monate nicht aufgeladen, wird die Nummer automatisch deaktiviert und die Karte ist damit nutzlos. Mobiltelefonieren ist in Frankreich sehr teuer, eine Minute kostet zwischen 35 und 60 Cent, allerdings wird meistens sekundengenau von der ersten Sekunde an abgerechnet. Eine SMS kostet 10 Cent, alerdings ist sie kürzer als 160 Zeichen. Die Mailbox abzuhören ist kostenlos (zumindest bei Orange).

Mit Festnetztelefonie habe ich keine Erfahrungen gemacht.


    Internet

Paris ist im WiFi (Wlan) -rausch. Viele haben es, auch an gut besuchten öffentlichen Plätzen gibt es kostenloses Wlan. Ich als Mac-User habe allerdings mit der Livebox von Orange die Erfahrung gemacht, dass es kompliziert ist, sich einzuwählen, da man am Router den Mac freischalten muss, dazu benötigt man allerdings Benutzernamen und Passwort des Vertragsinhabers. Nicht sehr praktisch. Also, Livebox und Mac sind nicht wirklich füreinander geschaffen. Ansonsten gilt das übliche, entweder WEP oder WAP-Kennwort, mit etwas Glück hat man auch jemanden in der Nähe, der ungeschützt surft.

Ansonsten gibt es Internetcafés und wie gesagt, die frei zugänglichen öffentlichen Wlannetze.

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