Es war schwer, aber es wurde leichter

 

Wer in Berlin eine Wohnung sucht, hat die Qual der Wahl. Welcher Bezirk, wie groß soll die Wohnung sein, mit Parkett, mit Balkon, mit Einbauküche, Altbau, Neubau? Je nachdem wie viele Optionen man wählt muss man mehr zahlen und die Quadratmeterpreise bewegen sich zwischen 5 und 8 Euro für die Kaltmiete. Man kann 80m2 Wohnungen für unter 500 Euro warm finden.

Paradiesisch!

Leider bin ich nicht mehr in Berlin, sondern in Paris. Folgende Eindrücke konnte ich bis jetzt sammeln.

  1. -man sollte 6 Monate vor seiner Ankunft anfangen, nach Wohnungen zu suchen

  2. -eine Wohnung, die länger als 1 Tag inseriert ist, ist entweder schon weg oder ein gefälschtes Angebot

  3. -alles kostet mindestens 500 Euro

  4. -man sollte nicht mit einer Antwort auf Telefonnachrichten oder Emails rechnen.


Fakt ist, nicht der Mieter sucht die Wohnung, der Vermieter wählt aus einer Schar von Bewerbern. Ich glaube, es ist schwerer hier eine Wohnung zu finden als einen Job.

Bis 14. September muss ich aus der Wohnung meines Gastvaters raus sein. Daumen drücken!

Es kam anders als ich dachte. Kaum hatte ich die aufgehört zu suchen, fand ich. Ich habe jetzt ein Zimmer in einer Wohnung in einem Randbezirk, trotzdem kann ich noch zu Fuss zur Uni gehen. Das dauert dann zwar etwas mehr als eine halbe Stunde, aber da ich hier sonst keinen Sport mache ist das nicht so schlimm. Mein Vermieter und Mitbewohner ist ein superschüchterner Informatiker, der „es satt hat, alleine zu wohnen“. Vorteile: Eigenes Zimmer im 4. Stock mit Doppelbett, das Bad ist mit Badewanne und man kocht mit Gas. Nachteil: keine Waschmaschine. Dafür gibt es einen Waschsalon um die Ecke, in dem man 6 Kilo Wäsche für 3,50 € waschen kann. Ich mach das ungefähr einmal die Woche, ist also immer noch billiger als eine Waschmaschine zu kaufen :)

Es ist Updatezeit. Ich bin eingezogen und habe zu meiner Begeisterung festgestellt, dass ich von 9 bis 16 Uhr Sonne im Zimmer habe. Durch das große Fenster und ein breites Fensterbrett mit einem gusseisernen Gitter habe ich fast so etwas wie eine kleine Terrasse. Bis jetzt habe ich außer meinem Bett nur einen kleinen Nachttisch und ein Regal im Zimmer. Meinen Plänen nach wird das Mobiliar noch um einen Tisch und ein oder zwei Klappstühle erweitert. Leider befindet sich der nächste IKEA in großer Entfernung und die erreichbaren Möbelgeschäfte haben eine ziemlich kleine Auswahl, deswegen wird das wohl noch eine Weile dauern.


Ich habe 2 Pflanzen gekauft! Einen Farn für die schattige Ecke und einen Kaktus für die Sonneneinstrahlung. Jetzt brauche ich noch 2 Übertöpfe. Es gibt weitere gute Nachrichten: Ich habe einen Tisch und eine Bettdecke, beides geliehen. Alles fällt nach und nach an seinen Platz. Sehr gut.

Und wieder einmal werde ich berichten, wie es mit der Wohnung weiter gegangen ist. Ich bin jetzt seit 6 Wochen hier und auf dem Bild rechts kann man gut sehen, dass außer 2 Stühlen und einem Bett nicht viele Gegenstände vorhanden sind. Zusammenfassend sei gesagt, dass danach noch ein Tisch, 2 Pflanzen, ein Regal, eine Kleiderstange, ein Hängeregal an der Kleiderstange, weiße Vorhänge, ein Mülleimer und ein weißer Plastikklappstuhl mit Lehne (für 4,50 € ein GANZER STUHL!!!) Einzug gehalten haben. Mit kürzeren Tagen verringert sich leider auch die Sonneneinstrahlung im Zimmer und die Heizung kommt öfter zum Einsatz. Dank Ikea habe ich ein paar Kerzen erstehen können, die alles ein wenig gemütlicher machen. Sobald mehr als eine Person im Zimmer sind gibt es einen unangenehmen Halleffekt. Die Wände sind auch noch sehr kahl. Ich hatte die Idee, dem Hall und der Kahlheit mit Stoffbahnen, die ich an die Wand nagele, zu Leibe zu rücken. Bis jetzt konnte ich mich allerdings noch nicht dazu durchringen, Stoff zu kaufen. Welche Farbe? Glänzend? Einfarbig? Gemustert? Alles Dinge, die gut durchdacht sein wollen, damit ich mich weiterhin zu Hause fühle. Letztens wurde ich gefragt, warum ich die Wände nicht streiche, woraufhin ich leichtfertig antwortete, dass ich nur kurze Zeit hier wohne, jedoch bekomme ich diese Idee seitdem nur schwer aus meinem Kopf. Andererseits muss ich immer wieder an meine alte Wohnung denken, was mich wieder davon abhält, Farbe zu kaufen.

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